Media Monday #304

Auch wenn strenggenommen schon Media Tuesday ist, erlaube ich mir dennoch, diesen Beitrag zu posten, weil mir das Thema so gut gefällt.

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  1. Der Welttag des Buches war mir bisher nur vage bekannt. Shame on me.
  2. Bücher zu verschenken ist etwas, das ich schon seit Jahren gerne tue. Weil ich selbst von klein auf so gerne und so viel gelesen habe, war es mir oft unbegreiflich, dass einige Menschen in meinem direkten Umfeld das nicht getan haben. Insbesondere für sie habe ich sehr gerne Bücher ausgesucht und tue es nach wie vor. Dabei mache ich mir oft lange Gedanken, recherchiere eine Menge, was für den Empfänger ein passendes Buch sein könnte, das die Leselust steigert.
  3. Lesen ist für mich ein immenser Bestandteil des Alltags. Natürlich spielt dabei nicht nur (fiktionale) Literatur eine Rolle, sondern diverse Formen verschriftlichter Informationen.
  4. Am liebsten lese ich gute Fantasyromane. Aber auch das Stöbern in/auf Blogs hat es mir angetan. Überaus gerne lese ich außerdem das eine oder andere populärwissenschaftliche Buch oder einen entsprechenden Artikel aus den Bereichen Naturwissenschaften, Gesundheit oder Psychologie. Überhaupt hat mich das Germanistikstudium ein bisschen in Richtung Sachbücher getrieben, weil sich irgendwann ein Analyseautomatismus in Bezug auf erzählende Literatur eingestellt hat, den ich teilweise damit umgehe, Literatur auf Englisch zu konsumieren.
  5. Das Buch Die Seiten der Welt – Blutbuch hat mich zu einem heulenden Häufchen Elend gemacht, als ich ans Ende kam und gleichzeitig sehr glücklich gemacht, weil es vielschichtig und clever Bücher, die Magie von Geschichten und das Lesen selbst thematisiert und insbesondere magische Nebencharaktere hatte, über die ich mich gefreut habe.
  6. Und weil ja auch Welttag des Bieres heute ist: Bier trinke ich tatsächlich gerne, was mir auf Familienfesten regelmäßig verständnislose Blicke meiner Mutter und den Kommentar: „Du bist genau wie dein Vater“, einbringt, weil ich mit ihr nicht mit Sekt anstoße (Sekt, igitt!).
  7. Zuletzt habe ich Abiturklausuren gelesen und das war anstrengend, weil die Korrektur einfach lange dauert und es ein groteskes Puzzlespiel ist, die Ausführungen mit dem Erwartungshorizont und angemessenen Punkten in Einklang zu bringen. Als nächstes lese ich über Freuds Psychoanalyse.

10 Wochen

Wenn man apathisch zwei Stunden auf die Uhr starrt und den Zeigern beim Weitergehen zuschaut, wenn man kurz vor dem Schlafengehen beschließt, einen neuen Laptop zu brauchen und einfach auf „Bestellen“ klickt, wenn man morgens erst nach dem Duschen bemerkt, dass man vergessen hat, sich die Haare zu waschen, wenn man bei 6 °C und Regen ohne Jacke aus dem Haus geht und das erst am Auto bemerkt, wenn man seinen Coffee to go in der Bäckerei stehen lässt, wenn man seinen Joghurt nicht sicher verschließt und er den Kofferraum in eine pinke Sumpflandschaft verwandelt, 

dann ist sowas von Zeit für Ferien.  

Der Liebesbrief – Ein Drama in fünf Akten

I.

Flora hat zum ersten Mal einen Liebesbrief geschrieben. Sie ist ganz aufgeregt und hibbelt auf ihrem Platz herum. „Das habe ich mich noch nie getraut“, tuschelt sie zu ihrer Freundin. Das Grinsen ist aus ihrem Gesicht nicht wegzudenken und ich frage mich, wer wohl der Auserwählte ist.

II.

Anna muss den Botengang übernehmen und übergibt den Brief vor der Mittagspause an Colin. Aha! „Aber niemand soll etwas davon erfahren“, höre ich sie sagen, „vor allem die anderen Jungs nicht.“ Auweia, denke ich, ob das gut geht?

III.

Vielleicht lieber doch nicht. Die Vorfreude Floras hält exakt die halbe Mittagspause lang an, dann schlägt sie ganz plötzlich in Panik um und Flora möchte ihren Brief wieder zurück haben. Natürlich wird erneut Anna losgeschickt. „Aber er soll das wirklich auf keinen Fall den anderen Jungs erzählen.“ Ich verdrehe innerlich die Augen. Das kann doch gar nicht gutgehen. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich bereits Mediationsgespräche führen, weil irgendwer irgendwas Gemeines gesagt und/oder gelacht hat…

IV.

Der Brief kommt zurück und der Angebetete hat tatsächlich ein Kreuz gesetzt. Bei „Ja“. Ich fasse es nicht. Flora auch nicht. Sie strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Moment mal, weint sie da etwa sogar vor Glück? Ach ja, die erste Beziehung. Erste Liebe, erstes Kribbeln, erster Hauch von dem, was etwas Ernstes sein könnte oder werden könnte, auch wenn es vorerst in dem Alter eher Spielerei ist.

V.

Die letzte Stunde ist vorbei. Colin geht zu Flora. Ob er sie einlädt, mit ihm gemeinsam zum Bus zu gehen oder etwas vergleichbar Romantisches? Freudig lächelt sie ihn an und er schaut ihr tief in die Augen und jolt: „It’s a praaaank!“ Dann lacht er, lässt sich als coolen Gangster, Möchtegernyoutubestarimitator von deinen Freunden feiern und stolziert aus dem Klassenraum. Zurück bleibt eine fassungslose Flora. Diesmal sind es keine Tränen vor Freude in ihren Augen.

 

Epilog

So kurz wie die Beziehungen in der 5. Klasse sind, so lange dauert auch in etwa der Liebeskummer. Am nächsten Tag kann Flora schon wieder lächeln, dennoch ist sie eingeschnappt und fordert eine Entschuldigung, was Colin gar nicht versteht und verweigert. Na gut, jetzt werde ich doch noch tätig. „Sag mal, Colin, hast du nicht bald Geburtstag? Was wünscht du dir eigentlich?“ – „Ein Mountainbike. Meine Eltern haben schon versprochen, dass ich eins bekomme und im Sommer mache ich damit eine Tour mit meinem Onkel.“– „Du freust dich sicher auf dein Mountainbike?´“ – „Ja, klar.“ – „Stell dir mal vor, deine Eltern stehen in 2 Wochen vor dir, grinsen und rufen: It’s a praaaank (ich ziehe das Wort bewusst in die Länge).“ Colin stutzt. „Das machen die nicht.“ – „Vielleicht nicht, aber falls doch, wie würdest du dich fühlen?“ Er überlegt und schaut zu Boden. „Hör mal,“ sage ich, „mit den Gefühlen von anderen spielt man nicht, wenn man weiß, dass es dem anderen wichtig ist.“ Zerknirscht schaut er mich an. „Meinst du nicht, eine Entschuldigung wäre bei Flora angebracht?“ Er nickt. So ganz ehrlich hat er es, glaube ich, nicht gemeint, aber für Flora ist die Sache damit zumindest durch und es herrscht vorerst wieder Ruhe. Ich bin gespannt, wer den nächsten Liebesbrief schreibt.

 

Montagsfrage: Gibt es ein Zitat aus einem Buch, dass dir in letzter Zeit (oder überhaupt) im Gedächtnis geblieben ist?

Es ist Montag. Das Buchfresserchen stellt eine Frage. 🙂

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Da ich nach wie vor nicht zum Lesen komme, wie ich es möchte und wenn, dann eher Sachbücher bevorzuge, ist mir in letzter Zeit kein Zitat aus einem Buch im Gedächtnis geblieben. Generell ist das so eine Sache mit dem Gedächtnis, seit dem ich voll berufstätig bin. Der Thalamus lässt nur sehr wenig aus dem Alltag durch zum Cortex, aber ich schweife ab.

Aus meiner unschuldigen, jugendlichen, büchersüchtigen Phase so vor 10 Jahren (ich fühle mich immer so alt, wenn ich solche Sätze benutze), sind einige Zitate erhalten und zum Glück noch nicht überschrieben worden. Da ein Großteil der Adoleszenz von Tolkien geprägt war, wird ein Zitat einer seiner Figuren natürlich zuerst genannt:

„All we have to decide is what to do with the time that is given to us.“ Gandalf – The Lord of the Rings

Andere weise Worte aus einem ganz anderen Universum und ganz sicher vielfach zitiert:

„Of course it is happening in your head, Harry, but why on earth should that mean that it is not real?“ Dumbledore – Harry Potter

Zwar nicht aus einem Buch, aber vom Autor meiner liebsten Buchreihe „His dark materials“ stammt:
„Stories are the most important things in the world. Without stories we wouldn’t be human beings at all.“ Philip Pullman

In meinem Kopf spuken weitere Zitate, wobei ich mich manchmal frage, wie wörtlich ich sie mir eigentlich gemerkt habe. So oder so, viele Sätze, Passagen, Absätze, Kapitel und Geschichten hinterlassen einen bleibenden Eindruck und sicher kennt das der eine oder andere, dass man für einen selbst besondere Ausschnitte wieder und wieder liest und so prägt sich das eine oder eine ein und bleibt ein Weilchen, vielleicht für immer. Es gab eine Zeit, da habe ich mir besondere Zitate tatsächlich direkt herausgeschrieben, um sie gebündelt für mich zum Nachlesen zu haben. Wo das Notizbuch wohl hingekommen ist?

Ich wünsche eine schöne Woche 😉

Der perfekte Arbeitsplatz

Mit dem Arbeitszimmer geht es voran. Inzwischen ist mehr Regal gekauft, aufgebaut und gestellt worden und ich konnte fröhlich eine Rohversion der Bestückung vornehmen. Klebezettel zeigen an, wo Optimierungsbedarf ist, aber insgesamt ist es ein Fortschritt.

Anfang dieser Woche ergab sich außerdem spontan ein Zeitfenster, meinen neuen Schreibtisch zu entwerfen und ich hoffe so sehr, dass die Umsetzung meinen Vorstellungen entsprechen wird. (Aktuell bin ich verliebt in Sandeiche  ❤ und auf der Suche nach einer Tischplatte in diesem Holz.)

Um die Produktivität und das Wohlfühlpotential an diesem Schreibtisch noch zu erhöhen, habe ich so vor mich hingesponnen und überlegt, dass es doch grundsätzlich eine gute Idee wäre, eine Kaffeemaschine direkt am Schreibtisch zu haben. Keine Maschine für Filterkaffee (da müsste man ja für jede Kanne eine Wasserquelle aufsuchen) oder Padmaschine (die machen eher ekligen Kaffee) oder Kapselmaschine (den Plastikmüll könnte ich nicht verantworten), aber gibt es vielleicht einen Vollautomaten in Schreibtischgröße, Miniatur sozusagen mit akzeptablem Wassertank? Einen von zwei geplanten Rollcontainern könnte man außerdem durch einen Minikühlschrank ersetzen für Milch und Snacks und das Notbier, wenn man wieder gar nichts funktionieren möchte. Des Weiteren plane ich einen digitalen Katalog für mein Ordnungssystem anzulegen und einen Roboterarm zu installieren, der mir per Eingabe über PC oder die noch zu programmierende Smartphone-App die richtigen Materialien anreicht und/oder bereitlegt, so spare ich mir jegliche unnötige Bewegung, was deutlich energieeffizienteres Arbeiten ermöglicht. Ein weiterer Wandschrank muss außerdem noch ausgesucht werden, um den einklappbaren Physiotherapeuten zu lagern, der nach Bedarf in Aktion tritt, um den verspannten Schulternackenbereich zu massieren und so ebenfalls das Wohlgefühl am Arbeitsplatz erhöhen und zur Produktivität beitragen wird. So wird es fast nicht mehr notwendig sein, während Arbeitsphasen aufzustehen. Wobei… manche körperlichen Bedürfnisse noch ein Hindernis darstellen könnten – insbesondere bei hohem Kaffeekonsum. Ich glaube, ich spreche mal mit der Vermieterin, wie die Rohre im Haus verlaufen und wie offen sie eventuellen Wohnungsumgestaltungen ist. Sehr inspirierend diesbezüglich fand ich nämlich die Idee der Hauptfigur in Graeme Simsions Der Rosie-Effekt (ansonsten ein eher durchschnittlicher Roman, der erste der Reihe hat aber durchaus Unterhaltungspotential), sich ein Büro im zweiten Badezimmer seiner Wohnung einzurichten. Der Toilettensitz diente natürlich als Bürostuhl.

Ich bin sicher, das ist das Modell der Zukunft, was den perfekten Arbeitsplatz angeht und ich werde der Trendsetter sein. Glaubt mir, spätestens in ein paar Monaten, wird ihn jeder, der viel von zu Hause arbeitet, so gestalten wollen. – Ich bestelle mir dann mal ein erstes Modell eines Physiotherapeuten (gibt sicher gute Angebote auf Amazon) und gehe in die erste Testphase.

Chaos im Zwischenzustand – Arbeitszimmer nach einem Umzug

Die Materialmenge des Arbeitszimmers ist konstant, die Entropie des Arbeitszimmers strebt immer einem Maximum zu. Ein Umzug wirkt hier zusätzlich als Katalysator.

Ich bin ein Chaosmensch. Ich finde mich in meinem eigenen Chaos sehr gut zurecht. Dass sich mein eigenes Chaos aktuell in einem diffusen Zwischenzustand befindet, das macht mich fertig. Grundsätzlich habe ich so geschickt gepackt, dass ich arbeitsfähig bin und die notwendigsten Dinge griffbereit habe, aber vieles andere wurde so gepackt, dass die Gewichtsverteilung in den Kisten und Kartons stimmig war. (Warum ist Papier eigentlich so schwer?!) Aktuell mangelt es noch an einer essentiellen Sache: Regal. Ich mag mein Arbeitszimmer grundsätzlich jetzt schon, ich werde es lieben, wenn es fertig ist. Ich kann den Prozess dahin allerdings nur schwer aushalten, denn ich möchte bitte JETZT SOFORT mehr Regal! Mein Kopf platzt vor Ideen, wie ich es füllen und Materialien einsortieren könnte und die Stapel und Kisten und Kartons schreien mich wahlweise an oder lachen mich aus, und auch wenn mein Ordnungssystem für andere kaum durchschaubar ist, so wirke ich damit doch meinem persönlichen Alptraum von Entropie, der mich aktuell umgibt, sinnvoll entgegen. Schließlich reicht es, wenn ich mich darin zurechtfinde. Ich will und werde das Chaos beherrschen, aber für eine Weile muss ich das Opfer temporärer Orientierungslosigkeit spielen und diese Rolle liegt mir überhaupt nicht.

Media Monday #289

Aaaand another Media Monday, ‚cause it’s still Monday!

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  1. Wenn ich so auf meine Liste/meinen Stapel ungesehener Filme blicke, dann fühle ich mich schlecht und unbesehen, weil ich mir die Zeit nicht nehme.
  2. Guardians of the Galaxy Vol. 2 allerdings ist mir auf alle Fälle einen Kinobesuch wert, denn der wird mit Sicherheit äußerst amüsant und kurzweilig.
  3. In Sachen Literatur habe ich mir derweil vorgenommen jeden Monat zwei Bücher und eine Zeitschrift zu lesen... Ich sag’s mal so: Vorgenommen ist richtig.
  4. Vielleicht finde ich ja auch endlich die Zeit, Once upon a time weiterzuschauen oder Shadowhunters oder Supernatural anzufangen (angesichts von 23124 Staffeln und extremen Sucht- und Fangirlpotentials traue ich mich allerdings noch nicht. Reiner Selbstschutz).
  5. Eine Werkschau von irgendwem/irgendwas Interessantem wäre auf jeden Fall eine gute Idee fürs Wochenende.
  6. Die (Über)Analyse der aktuellen Sherlockfolgen bereitet mir ja seit Kurzem enorme Freude, schließlich ist man in Zeiten von Netflix u. ä. selten in der Situation, es wirklich aushalten zu müssen, auf die nächste Folge zu warten.
  7. Zuletzt habe ich mind. 25 Theorien gelesen, was in der zweiten Folge der vierten Staffel (The lying detective) passieren wird und das war eine Achterbahn der Gefühle, zeitraubend, spaßig, süchtigmachend, zum Teil richtig nervig, interessant und am Ende doch ein bisschen zu energieraubend, weil letztlich alles doch ganz anders kam, als irgendwer hätte vorhersehen können.

So. And now I will be very busy, I have to drink a cup of tea. – This cup of tea, is that code?